22.04.2021

Die Holdinggesellschaft bleibt ein attraktives Instrument -> zum Beispiel bei der Nachfolgeplanung

Seit der Abschaffung des «Holdingprivilegs» per 1. Januar 2020 werden Holdinggesellschaften in der Schweiz ordentlich auf der Stufe Kanton und Gemeinden besteuert. Bei der Bundessteuer wurde schon vor Einführung der STAF (Steuerreform und AHV Finanzierung) die Steuern ohne Privileg erhoben.

Der Hauptzweck der Holdinggesellschaft ist unter anderen das Halten und Verwalten von Beteiligungen (Tochtergesellschaften). Die Haupteinnahmen sind demnach Dividenden. Tochtergesellschaften schütten ihre erwirtschafteten und bereits besteuerten Gewinne an die Muttergesellschaft (Holding). Das abgeschaffte «Holdingprivileg» diente zusammen mit dem Beteiligungsabzug bei der Bundesteuer zur Vermeidung der Mehrfachbesteuerung dieser Gewinne. Mit dem Beteiligungsabzug wird die Gewinnsteuer bei der Muttergesellschaft um den prozentualen Anteil reduziert, den die Dividenden an ihrem Gesamtgewinn ausmachen. Mit der Einführung der STAF wird der Beteiligungsabzug nun auch bei der Kantons- und Gemeindesteuer angewendet.

Akquisitionsgesellschaft

Bei der Nachfolgeplanung und oder Kauf einer Gesellschaft kann eine Holdingstruktur mit dem Beteiligungsabzug auch weiterhin eine attraktives Finanzierungsinstrument sein. Beim privaten Kauf einer Gesellschaft muss der Kaufpreis mit finanziellen Mitteln bezahlt werden, die auf privater Ebene bereits besteuert sind bzw. werden. Mit dem Kauf über eine Akquisitionsgesellschaft (Holding) besteht der Vorteil, dass diese Gesellschaft aufgrund des Beteiligungsabzugs die Dividenden aus dem Kaufobjekt praktisch steuerfrei beziehen und damit den Kaufpreis mit Mitteln, die auf privater Ebene nicht besteuert werden, bezahlen kann.
Eine Holdingstruktur kann auch unter dem neuen Recht unverändert Vorteile mit sich bringen:

Abschirmungsfunktion

Werden operative Gesellschaften direkt durch Aktionäre in deren Privatvermögen gehalten und erfolgen Leistungsverrechnungen unter den operativen Gesellschaften, die nicht dem Drittvergleich standhalten «dealing at arm’s length», so besteht ein latentes Aufrechnungsrisiko durch die Steuerbehörden. Diese Aufrechnungen werden steuerlich als verdeckte Gewinnausschüttungen der leistenden Gesellschaften an die Privataktionäre qualifiziert. Dies führt bei den leistenden Gesellschaften zu einer steuerbaren Gewinnaufrechnung und bei den Aktionären zu steuerbarem Einkommen. Verdeckte Gewinnausschüttungen unterliegen im Weiteren der Verrechnungssteuer mit 35%. Durch eine Bündelung der operativen Gesellschaften unter einem Holdingdach können Steuerrisiken bei den Aktionären, welche die Beteiligungen im Privatvermögen halten, reduziert werden. Die Holding übernimmt mit anderen Worten eine «Abschirmungsfunktion»!
Bei Fragen im Zusammenhang zur Holdingstruktur und bei Nachfolgeplanungen sind wir als starker Partner gerne für Sie da!

Rinaldo Jendly
Dipl. Treuhandexperte
Partner der CORE Partner AG
rj@core-partner.ch

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