21.04.2022

Optimierung der beruflichen Vorsorge

Viele KMU’s schenken der beruflichen Vorsorge zu wenig Beachtung. Die gesetzliche Unterstellungspflicht ab einer gewissen Lohnhöhe ist bekannt und wird auch umgesetzt. In der Praxis trifft man jedoch häufig Lösungen an, welche nur das gesetzliche Obligatorium abdecken. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten werden mangels Wissens der Materie oft vernachlässigt.

Dabei bietet ein gutes Pensionskassenmodell viele Vorteile wie z.B. Steuer- und Vorsorgeoptimierungsmöglichkeiten für Arbeitgeber, Geschäftsleitung, Kader und Mitarbeiter. Ein gutes Sozialversicherungspaket erhöht gleichzeitig auch die Attraktivität am Arbeitsmarkt sowie die Positionierung als moderne Firma mit Sozialverantwortung. Alles Attribute, welche für gut ausgebildete Fach- und Kaderkräfte wichtig sind.

Bei der Umsetzung besteht die Möglichkeit, für ausgewählte Personenkreise, z.B. Geschäftsleitung oder gewisse Kaderstufen, eine erweiterte Vorsorge anzubieten. Diese bietet den qualifizierten Führungskräften zusätzliches Einkaufspotential sowie höhere Alters- und Risikoleistungen.
Auch gilt es zu prüfen, ob allenfalls eine Aufteilung in Basis- und Kadervorsorge weitere Vorteile generieren kann. Hier stehen in erster Linie Flexibilität und Risikodiversifikation im Vordergrund (zwei Vorsorgeeinrichtungen mit unterschiedlichen Leistungen, Deckungsgrad und Altersstruktur). Dies kann über einen zweiten Standardanschluss oder aber über eine 1e Lösung erfolgen.

Viel Flexibilität bieten insbesondere 1e Lösungen, da der Versicherte seine Anlagestrategie selbst definieren und an seine Risikofähigkeit und Risikobereitschaft anpassen kann. Zulässig sind die Lösungen mit individuellen Anlagestrategien erst für Lohnteile über CHF 129‘060. Die erzielte Rendite wird vollumfänglich dem persönlichen Altersguthaben gutgeschrieben. Im Gegenzug müssen allfällige Verluste selbst getragen werden. Ein weiterer Pluspunkt: Anders als bei der Basisvorsorge entfällt die unerwünschte Umverteilung der Renditen zugunsten des Versicherungskollektivs.

1e Lösungen bieten zudem die Möglichkeit, ein Wertschriftendepot bereits während der Erwerbsphase gestaffelt aufzubauen. Dabei werden die jährlichen Sparprämien und allfällige Einkäufe gemäss persönlicher Anlagestrategie steuerprivilegiert investiert. Der gestaffelte Aufbau schützt vor einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt. Die Abstimmung mit der privaten Anlagestrategie kann zusätzliche Vorteile generieren (z.B. Dividendenperlen im Vorsorgedepot, Titel mit Wertsteigerungspotential im privaten Depot). Bei Erwerbsaufgabe wird das Vorsorgedepot in ein privates Wertschriftendepot umgewandelt. Der Depotwert unterliegt, wie ein konventioneller Kapitalbezug, der privilegierten Vorsorgebesteuerung.
Bei Fragen zu Ihrer Vorsorgelösung sind wir gerne für Sie da.

Valentin Chiquet
Finanz- und Vorsorgeberatung
BSc HES-SO in Betriebsökonomie

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