02.03.2018

Nachfolgeplanung

Die kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der schweizerischen Wirtschaft. Momentan und auch in Zukunft stehen viele Nachfolgen an. Leider finden rund 30% keine geeignete Nachfolgeregelung!

Folgend einige wichtige Fragen, welche Sie sich stellen sollten, um eine erfolgreiche Nachfolgeplanung zu erreichen:

1. Wann sollen die ersten Schritte erfolgen?

Meist fühlt man sich noch zu jung, um sich um die Nachfolge zu kümmern und verschiebt die Planung nach hinten. Eine gute Nachfolge braucht aber meistens seine Zeit! Die Vorlaufzeit ist gerade im Hinblick auf eine Steueroptimierung wichtig. So verstreicht sehr viel Zeit, wenn beispielsweise Geschäfts- in Privatvermögen umgeschichtet werden muss oder/und familiäre Angelegenheiten zu klären sind.

2. Wie sieht meine persönliche Situation aus?

Es ist wichtig, sich eine detaillierte Übersicht über die persönliche Situation zu machen (persönliche Verhältnisse, vertragliche Bindungen, Lebenshaltungskosten, notwendiges Einkommen nach Verkauf etc.).

3. Welche Strategie fahre ich für meine Nachfolgeregelung?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass vor allem zwei Hauptziele im Vordergrund stehen:

  • Die Erhaltung der Firma und
  • Die Optimierung des Geldflusses

Der Erhalt einer Unternehmung kann sowohl familienintern als auch –extern gelöst werden. Oft ist es aber der Wunsch des Firmeninhabers, den Erhalt innerhalb der Familie regeln zu können, damit die Unternehmung im Familienbesitz (sozusagen unter seiner Obhut) bleiben kann.

Im Gegensatz dazu kann die Sicherstellung der finanziellen Zukunft des Verkäufers stehen (Optimierung des Geldflusses). Auch die güter- und erbrechtlichen Folgen in der Familie können in dieser Hinsicht ein Problem darstellen.

Der angestrebte Idealfall ist eine Kombination zwischen beiden Zielen. Diese sind jedoch oft mit Beschränkungen verbunden, wie Erhalt nicht sichergestellt, Preisabschlag, Zeitdruck etc.

4. Sind meine Absichten realistisch?

Bei Fachthemen wie Unternehmensbewertung, Steuerfolgen oder Finanzierung wird kein Unternehmen im Nachfolgeprozess an der Beratung durch Spezialisten vorbeikommen. Häufig sind es Treuhänder, Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten, Anwälte oder Banken. Diese werden aus neutraler Sicht mitteilen, ob die getroffenen Absichten realistisch und machbar sind.

5. Ist mein Unternehmen fit für eine Nachfolge?

Wer die Chance auf eine erfolgreiche Übergabe zu einem angemessenen Preis aufrechterhalten will, wird nicht darum herumkommen, seine Firma auf Hochglanz zu polieren. Nachfolgend sind fünf Massnahmen aufgeführt, um ein Unternehmen für den Verkauf fit zu trimmen:

  • Frühzeitige Planung: Falls vorgängig Umstrukturierungen oder Gesellschaftsänderun-gen gemacht werden, müssen die mehrjährigen steuerlichen Sperrfristen eingehalten werden.
  • Die Firma substanziell erleichtern; nur die betriebsnotwendigen Mittel in der Firma be-halten.
  • Die operative Rentabilität verbessern; unrentable Bereiche sanieren oder liquidieren
  • Ein schlagkräftiges Team aufbauen; ein gut funktionierendes Kader ist wichtig, um die Stabilität zu sichern und das notwendige Firmen-Know-how aufrecht zu halten.
  • Finanzierungsverhältnisse bereinigen; falls private Darlehen aus der Inhaberfamilie oder komplexe Querfinanzierungen bestehen.

Michael Münger
Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer
mim@core-partner.ch

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