Kurzarbeit

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 ein umfassendes Massnahmenpaket in der Höhe von CHF 32 Milliarden zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden entsprechende Anpassungen und Ergänzungen bei der KAE vorgenommen.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Ausnahmesituation wurde der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und das Verfahren zur Beantragung stark vereinfacht.

Schrittweise Aufhebung der notrechtlich verordneten Massnahmen

Die notrechtlich verordneten Massnahmen werden in Abstimmung mit den Lockerungsetappen zur Öffnung der Wirtschaft schrittweise aufgehoben.

  • Für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie mitarbeitende Ehegatten oder eingetragene Partner und Partnerinnen entfällt der ausserordentliche Anspruch auf Kurzarbeit auf Ende Mai. Dies erfolgt im Gleichschritt mit der Aufhebung der COVID-Massnahmen für Erwerbsausfälle für direkt oder indirekt betroffene Selbständigerwerbende;
  • Zum gleichen Zeitpunkt erlischt auch der Anspruch auf Kurzarbeit für Lernende. Im Vordergrund steht hier eine möglichst rasche Fortsetzung der Ausbildung;
  • Weiter wird auch die Voranmeldefrist wieder eingeführt. Diese wurde aufgehoben, da die verordneten Einschränkungen für Unternehmen nicht vorhersehbar waren. Unterdessen sind die bundesrätlichen Massnahmen bekannt und deren Auswirkungen auf die Betriebe besser einschätzbar. Für die Unternehmen ist es somit möglich, die Voranmeldung unter Einhaltung der Voranmeldefrist vorzunehmen. Unternehmen, für welche Kurzarbeit bereits bewilligt wurde, müssen aufgrund dieser Anpassung kein neues Gesuch einreichen.

Die übrigen notrechtlichen Massnahmen enden wie vorgesehen per 31. August 2020 mit dem Ablauf der Verordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19). Es bleibt den Unternehmen weiterhin möglich, aufgrund des Coronavirus das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Ausweitung der Kurzarbeit

Nebst den Angestellten im unbefristeten Arbeitsverhältnis haben folgende Personen nach wie vor Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

  • Angestellte im befristeten Arbeitsverhältnis;
  • Angestellte auf Abruf, sofern sie während 6 Monaten im gleichen Unternehmen gearbeitet haben;
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit;

Erleichterungen

Die folgenden Erleichterungen werden bis auf Weiteres aufrechterhalten:

  • die Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wurde aufgehoben – der Arbeitgeber hat demnach während keinem Tag pro Kalendermonat den Lohnausfall selbst zu tragen;
  • die Bewilligungsdauer von Kurzarbeit wurde von 3 auf 6 Monate verlängert;
  • neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können;
  • im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

Voranmeldung

Das Verfahren der Voranmeldung wurde vereinheitlicht und vereinfacht:

  • für die Voranmeldung verweisen alle Kantone neu auf ein einheitliches Corona Excel-Formular. Voranmeldungen sind nun mit diesem Formular einzureichen. Mit der Unterschrift des Formulars wird ebenfalls bestätigt, dass die Arbeitnehmer mit der Einführung von Kurzarbeit einverstanden sind, was bedeutet, dass dies nicht mehr separat mitgeteilt werden muss;
  • der Voranmeldung ist zwingend ein Organigramm des Betriebs beizulegen, inkl. Anzahl Mitarbeitende pro Organisationseinheit (Betriebsteil);
  • es sind ausschliesslich die Fragen auf dem Excel-Formular zu beantworten (1-8).

Das Formular zur Voranmeldung sowie weiterführende Informationen sind über die folgenden Links abrufbar:

Die Voranmeldung und das Organigramm sind zwingend per Post an folgende Adressen einzureichen:

  • FR Amt für den Arbeitsmarkt - AMA, Rechtsdienst, Bd de Pérolles 25, 1700 Fribourg
  • BE Amt für Arbeitslosenversicherung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern

Kurzarbeitsentschädigung beantragen und abrechnen

Bei einem positiven Entscheid bezüglich der Voranmeldung der Kurzarbeit kann die Kurzarbeitsentschädigung bei der zuständigen Arbeitslosenkasse beantragt werden:

  • der Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung ist nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode (i.d.R. Kalendermonat) innert drei Monaten bei der in der Voranmeldung bezeichneten Arbeitslosenkasse einzureichen;
  • bei der ersten Abrechnung oder bei Änderungen ist das Personalblatt einzureichen (gilt im moment ausschliesslich für den Kt. Bern);
  • die Angaben zu den Sollstunden, den wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden sowie zur Lohnsumme sind durch geeignete betriebliche Unterlagen wie Stundenlisten und Lohnjournale zu belegen.

Das Formular Antrag und Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung sowie das Personalblatt (BE) sind über die folgenden Links abrufbar:

Stand: 9. Juni 2020 - 12:00

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