Erwerbsersatz

Auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Situation hat der Bundesrat den Anspruch auf Erwerbsersatz ausgeweitet und die Corona Erwerbsersatzentschädigung ins Leben gerufen.

Anpassungen im Bereich des Corona-Erwerbsersatzes

  • Mit Beschluss vom 1. Juli 2020 hat der Bundesrat den Anspruch der direkt oder indirekt von Massnahmen gegen das Corona-Virus betroffenen Selbständigerwerbende auf Corona-Erwerbsersatz bis zum 16. September 2020 verlängert. Die betroffenen brauchen keine besonderen Schritte zu unternehmen, die AHV-Ausgleichskassen nehmen die Auszahlung ihres Corona-Erwerbsersatzes wieder auf.
  • Neu sollen nun ebenfalls Inhaber von AG oder GmbH, die in ihrer eigenen Firma angestellt sind und im Veranstaltungsbereich tätig sind Corona-Erwerbsersatz beanspruchen können, sofern sie sich in einer Härtefallsituation befinden.
  • In den anderen Fällen, in denen ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz besteht, ändert sich momentan nichts: Personen, die in Quarantäne gehen müssen, können die Entschädigung weiter erhalten. Angestellte, die ihre Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unterbrechen mussten, weil ihre Kinder nicht mehr familienergänzend betreut werden können (Schule, Kita, Grosseltern), erhalten die Entschädigung weiterhin, solange die Kinder nicht anderweitig betreut werden können.

Entschädigung für Selbständigerwerbende und freischaffende KünstlerInnen

Der Anspruch beginnt jeweils am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei Erwerbsausfall infolge des Veranstaltungsverbots frühestens am 28. Februar 2020, bei Erwerbsausfall infolge Betriebsschliessung frühestens am 17. März 2020. Der Anspruch endet spätestens am 16. September 2020.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber CHF 196 pro Tag.

Entschädigung für die in ihrer eigenen Firma angestellten Personen im Veranstaltungsbereich

Der Anspruch beginnt mit Beendigung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung auf Ende Mai und erlischt spätestens am 16. September 2020.

Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass viele Betriebe ihre Tätigkeit noch nicht oder noch nicht vollständig aufnehmen können, obwohl die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie ganz oder teilweise aufgehoben wurden.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber CHF 196 pro Tag.

Die Einrichtung dieser neuen Leistung wird einige Wochen in Anspruch nehmen. Den Berechtigten wird empfohlen bis Mitte Juli zu warten, bevor sie ihren Anspruch bei ihrer AHV-Ausgleichskasse anmelden.

Entschädigung für Eltern

Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist, haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie im Zeitpunkt des Erwerbsunterbruchs:

  • obligatorisch bei der AHV versichert sind (also in der Schweiz wohnen oder in der Schweiz erwerbstätig sind); und
  • einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, das heisst frühestens am 19. März 2020, da alle Schulen in der Schweiz offiziell seit dem 16. März 2020 geschlossen sind. Der Anspruch endet, wenn eine Betreuungslösung gefunden wurde. Für Selbständigerwerbende Eltern endet der Anspruch spätestens sobald 30 Taggelder ausgerichtet wurden.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber CHF 196 pro Tag. Jeder anspruchsberechtigte Elternteil hat Anspruch auf die Entschädigung. Je Arbeitstag wird für die Eltern jedoch nur eine Zulage ausbezahlt. Wenn beide Elternteile Anspruch auf die Entschädigung haben, ist nur eine Ausgleichskasse zuständig: jene der Person, die zuerst einen Anspruch geltend macht. Ist die Arbeit von zu Hause aus möglich, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.

Entschädigung für Personen wegen einer Quarantänemassnahme

Personen, die sich in Quarantäne befinden und ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie im Zeitpunkt des Erwerbsunterbruchs:

  • obligatorisch bei der AHV versichert sind (also in der Schweiz wohnen oder in der Schweiz erwerbstätig sind); und
  • einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, also frühestens am 17. März 2020. Der Anspruch endet mit Aufhebung der Quarantäne, spätestens aber, sobald 10 Taggelder ausgerichtet wurden.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber CHF 196 pro Tag. Ist die Arbeit von zu Hause aus möglich, besteht kein Anspruch auf die Entschädigung.

Anmeldung der Erwerbsersatzentschädigung

Die Entschädigung ist mit dem Formular 318.758 «Anmeldung für die Corona-Erwerbsersatzentschädigung» bei der Ausgleichskasse zu beantragen, bei welcher die Sozialversicherungsbeiträge einbezahlt werden. Über folgenden Link gelangen Sie zum Formular.

Weiterführende und aktuelle Informationen stehen Ihnen hier zur Verfügung.

Stand: 2. Juli 2020 - 16:00

Kontakt